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Das grüne Zimmer verspricht keine weit ausschweifenden Landschaften mit fernen Horizonten, sondern eine wuchernde, engumschließende, bergende und manchmal verbergenden Natur, eine Art Laube, ein Platz, der zur Ruhe und Nachdenklichkeit einlädt, und sich zugleich als Ausgangspunkt für die Welteroberung anbietet.
Das Thema Natur begleitet Elisabeth seit ihrer Kindheit, wo der elterliche Garten Rückzugsort, Einkehr und Festplatz für ihre kindliche Spiele war, wo das rankende und wuchernde Grün Synonym für Schutz und Leben bedeutete: ihr eigensinniges Zimmer im Draußen.
Die Zimmer Metapher deutet auf eine gestaltete Natur hin, keine Wildnis, in die man geworfen ist, keine grüne Hölle, sonder eine grüne Heimat, die Entwicklung und Sicherheit ermöglicht und deren Verlust schmerzhaft erfahren wird. Es ist kein nüchterner Raum , der uns hier um gibt , es rankt und blüht und wächst, eher eine Art Verschwörung in der Gartenlaube. Einer Oase der Ruhe und zugleich ein Irrgarten mit vielen Ausgängen.
Grün als Farbe haftet etwas zwiespältiges an, einerseits Ausdruck von Wachstum, Ruhe, Umweltschutz und Leben, andererseits etwas Gefährliches, Giftiges und Unreifes. In der Tat ist das traditionelle Pigment bekannt als spanisches Grün oder Schweinfurter Grün eine chemische Verbindung, (Kupfer-Arsenik-Acetat), die hochgiftig ist.
In der Legende erzählt man sich, dass Napoleon sein Haus auf St. Helena mit einer Grünen Tapete habe ausstatten lassen, die zu seinem frühen unfreiwilligen Tode geführt habe, da das Tapentengrün Arsen in die Atemluft abgegeben habe.
Das Grün der Bilder in diesem Raum ist wie ein dichtes Gewebe von unterschiedlichsten Grüntönen und Erdfarben, in vielen Schichten aufgetragen,
ein impressionistisches Lichterspiel, mit einer an Wandteppiche erinnernde Textur und Schwere. Die Dichte des Farbauftrags lässt den Blick nicht ausweichen. hält ihn fest in den oszillierenden Farbschattierungen der Ranken und Gräser, schafft einen Raum der Abgeschlossenheit, einen sicheren Ort ohne den Zugriff von draußen. Das Grün des Raumes ist aber nicht mehr das leichte flirrende Grün des Frühlings und des Aufbruchs, sondern ist schon gelebtes Leben und trägt die Zeichen der Begrenzung in sich.
Ich wage mal eine Hypothese: So wie wir uns in unserer Kindheit durch die Eltern geborgen gefühlt haben und dann im Erwachsenleben für unsere eigenen Eltern Sorge zu tragen beginnen, hat sie das Naturbild bei Elisabeth vom schützenden elterlichen Garten ihrer Kindheit gewandelt zu einer erwachsenen Verantwortung für den Schutz der Natur.
Das grüne Zimmer ist somit auch eine ästhetischer Appel an den Erhalt und Schutz der Umwelt und der Natur. Der Titel ist Programm wie das rote Zimmer , Titel eines Romans von August Strindberg, in dem sich Menschen um1877 versammelten, um gegen die Engstirnigkeit der Gesellschaft zu kämpfen.
Ich wünsche Ihnen Freude beim Betrachten der Bilder.

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